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erb_gut’s Neue „Engurg“
Johannes Anders, Jazz ’n’ more

Mit einem aus Saxofon /Bassklarinette, Trompete, Gitarre, Bass und Drums bestehenden Quintett auf die Suche nach kompositorischem, interpretatorischem Neuland zu gehen, es schliesslich auch zu finden, zu beackern und mit frischen Produkten zu bepflanzen, das braucht nicht nur Mut, sondern vor allem Können, Ideenreichtum und Fantasie, nicht nur des hier besonders dominierenden Komponisten, sondern auch der Spieler, die sich kompetent, aber auch unkonventionell und mit der nötigen Prise Sinn für Freies und Abstraktion in die Abläufe einzubringen wissen. Obwohl das Ganze zumeist durchstrukturiert wirkt und auch in den verschiedenen Instrumentkombinationen der Eindruck musikalischgestalterisch konsequent konzipierter Abläufe entsteht, erzeugt diese Kollektivmusik mit ihren vielschichtigen Klangebenen einen starken Sog und vermittelt sehr differenzierte Eindrücke, die den offenen Hörer unentwegt zu voller Aufmerksamkeit herausfordern. Wenn man dann eingestiegen ist, spürt man, dass der Lauf der Dinge von einem wechselnden, aber stets spürbaren narrativen Fliessen geprägt ist, was der Rezeption einen nachhaltigen Erwartungscharakter verleiht.



Erb: Gut!
Christoph Fellmann, Kulturmagazin, Luzern

So klingt der Jazzclub heute. Elektronische Sounds legen Chill-Zonen, die Rhythmusgruppe vertackert groovige Muster, und die Gitarre ist eine Klangmaschine, die auf Abruf schweift und verhallt, hart rockt oder wie eine frisch geschlüpfte Indie-Gitarre struppig aus dem Arrangement guckt. Und in all dem flirrt fein zerstäubt das Jazzerbe: in markanten Bläsersätzen erscheinen Miles Davis und Gil Evans, in druckvollen Steigerungsläufen wächst der Jazzrock neu, und die energische Lyrik und explosive Dichte eines John Coltrane oder Ornette Coleman sind in Erb’s zurückhaltend leichtem Saxofonspiel ein Murmeln der Geschichte, aber auch das Murmeln der Gegenwart.

Die zweite Cd von Erb’s Sextett erb_gut zeigt einen gekonnten Jazz auf der Höhe der Zeit. Die Musik ist „toll“: die Verschränkung eines Bläserthemas mit nervösen Patterns und Störgeräuschen in „Traumshop – Skyhorse“ etwa, der fast unmerklich anziehende Groove und Erb’s schlankes Solieren in „Späm“, oder die wachsenden, sich überschlagenden und schliesslich überstürzenden Soundwellen von „Lila“.




Jazzfestival-Schaffhausen – Vorschau
Von Beat Blaser

Das Cover der aktuellen CD der Innerschweizer Gruppe erb_gut zeigt einen aufgeschnittenen männlichen Torso, wie er einem in einem medizinischen Lehrbuch begegnet. Innen sieht man ein menschliches Ei, beschriftet, und einen Embryo. Der Weg eines Organismus von der Einfachheit zur Komplexität also, und was rein biologisch lesbar ist, könnte es auch in musikalischer Hinsicht sein. Wenn dann die Band noch Erbgut heisst, liegen Genealogien buchstäblich auf der Hand, versuchen wir also die biologistische Sicht.

Der Saxophonist Christoph Erb ist für das Erbgut seiner Musik verantwortlich. Nach der Geburt allerdings beginnt sich im menschlichen Normalfall das Kind zu sozialisieren, das was da ist, und das was an Einflüssen dazu kommt, vermischt sich, irgendwann ist Erbmasse und Prägung nicht mehr auseinander zu halten. Das ist auch bei Christoph Erbs Musik so. Es besteht allerdings der Verdacht, dass Erb den Einfluss, den er von Anfang an auf sein Produkt hat, nur ungern aus den Händen gibt. Seine Musik hat ein klar erkennbares Gesicht, ist unverwechselbar, und dies, obwohl er sich als Instrumentalist sehr zurückhält. Es gehört zum Konzept von Erbs Musik, dass weniger das Individuum gefragt ist, sondern immer das Kollektiv. Mit seinem grossen Tenorsound steuert er die Dramaturgie ganz bewusst, um beim Bild zu bleiben, Christoph Erb nimmt grossen Einfluss auch auf die Erziehung seines Kindes, lässt seine Kollegen zwar miterziehen, will die Fäden aber nie aus der Hand geben.

Und genau dies ist wohl die Stärke dieser spannenden Musik: da hat einer eine ganz klare Vision im Kopf, und weil diese so stimmig und kohärent ist, kann er es sich leisten, Individualisten wie beispielsweise Peter Schärli in seine Kunst einzubeziehen, deren Handschrift künstlerisch nutzbar zu machen, sie an der langen Leine zu führen, ohne dass seine Idee die Konturen verlöre.



Kickass Jazz / erb-gut am Jazzfestival
Schaffhausen

von Michael Walther, Nahaufnahmen, das Magazin im Netz

erb_gut sind jung, vorlaut, dynamisch, sportlich und zugleich erfahren, routiniert und virtuos. Ein perfektes Profil für jeden Traumjob.

Die Musikjournalisten beissen sich an ihnen förmlich die Zähne aus. Wie soll man die Musik der Combo rund um den jungen luzerner Saxophonisten Christoph Erb am besten beschreiben? „Traumhafte Avantgarde" titelte die Luzerner Zeitung; Jazz 'n' more sprach von „Kollektivmusik mit vielschichtigen Klangebenen", das Solothurner Tagblatt nannte ihn gar einen „Traumtänzer". Für die Musik von Erb_gut typisch ist die Gleichzeitigkeit von Alt und Neu. Das Erbe besteht aus Freejazz, Hardbop oder Cooljazz. Die Vererbtheit- und damit das Neue, äussert sich darin, dass diese Elemente lediglich als Grundskizze für die Stücke dienen. In den Soli werden sie ohne Rücksicht durchbrochen. Christoph Erb hat in seinen Kompositionen zudem einen subtilen Sinn für Melodie bewiesen, so dass sein Jazz weder anstrengend noch eintönig wirkt. Abgesehen davon hat der Tenorist einen gewaltigen und zugleich samtenen Ton.

Peter Schärli ist dabei mehr als ein Featuring: Seine Trompete klagt den Blues zu den Melodielinien von Christoph Erb. Sei dies im Thema oder in einer Kollektivimprovisation. TromPeter Schärli passt in diese Combo. Die Gitarre Markus Stalders ist je nach Tune sanfter Begleiter oder dreckig rockendes Zugpferd. Ob Kickass-Jazz oder traumwandlerische Balladen: Erb_gut sind es wert, gehört zu werden. Sogar, wenn man dazu in die Ostschweiz muss.



Einfach davongaloppiert
Ein toller Auftritt der Schweizer Jazz-Formation erb_gut im Schlachthof, von Andreas Gebhard

Kassel. Es fehlte nur der Vater. Saxofonist und Bassklarinettist Christoph Erb widmete seine Kompositionen nacheinander seinen beiden Töchtern, dem Spielkameraden seiner Töchter, seiner Mutter, und auch Truudi und Ute Lübbe aus Marburg waren dabei: "Ich habe versucht, sie zu erreichen, aber leider war immer nur der Anrufbeantworter an." Wahrscheinlich weiß Ute Lübbe bis heute nicht, zu welch großartiger Musik sie die Band inspiriert. Mit Erb, Peter Schärli (Trompete), Markus Stalder (Gitarre), Ralph Sonderegger (Kontrabass) und Julian Dillier (Schlagzeug) waren fünf Musiker am Werk, die durch jeweils ganz eigenständigen Ausdruck bestachen und auch durch ein fantastisch homogenes Zusammenspiel beeindruckten. Es ist kaum zu sagen, wer da eigentlich den Ton angab. Der Ton, das bedeutet Jazz und Rock, kollektives Improvisieren, balladenartige, lyrische Momente von höchster Intensität und großer Schönheit, abrupte Tempowechsel, innige musikalische Zwiegespräche zwischen den Akteuren. Es schien, als würden sie, angetrieben von den Rhythmen des Schlagzeugers, einfach davongaloppieren. Jede Minute bot Überraschungen, die fünf legten kleine Fallstricke aus, und das Publikum war herzlich froh, da hineingestolpert zu sein, sonst hätte es nicht zwei Zugaben verlangt. Der ganze Auftritt war ein mitreißendes Augen- und Ohrenspiel, für das auch dem Jazzclub im Schlachthof zu danken ist. Denn dem Verein gelingt es immer wieder, aus der Masse die Perlen zu fischen.



Schweizer jazzen in Saarbrücken
erb_gut überzeugten, Konzertbesprechung Jazzfestival Saar- brücken, Saarbrückner Zeitung

„Die haben einen eigenen Sound." Ein schöneres Kompliment kann man einer Combo kaum machen. Ohne Zweifel zutreffend ist das bei der jungen Schweizer Formation erb_gut, die unlängst zusammen mit dem vielbeschäftigten Peter Schärli ihr starkes Debütalbum „Radius" veröffentlichte.
Markenzeichen der Musik von erb_gut, die hier ein beinahe komplett neues Programm auspackten, ist eine sympathische alpine Gelassenheit. Charakteristisch sind etwa viele Takte überspannende, gemeinsame Melodieschlangen von Combo-Chef Erb (ts,bcl, Komp.) und von Peter Schärli (tp). Mit coolen langen Noten vermitteln sie ein Gefühl des Gefestigten und Dauerhaften und schrauben sich nachdrücklich in die Gehörgänge. Darüber hinaus offenbaren erb_gut im Lauf des Abends erfreulich viele Klangfacetten, die ein Sich-Satthören verhindern: Mal liefern die zuverlässig wie das sprichwörtliche Schweizeruhrwerk arbeitenden Basismannen Sonderegger (bass) und Dillier (drums) organisch surrende Grooves, dann machen sie rockige Muskeln, erspielen weite Steigerungen und knifflige Stolperrhythmen. Irres Bläsergegacker, vorneweg Erbs fröhliches Staccato, oder die heftig wiehernde Rockgitarre von Stalder (ein ebenso ökonomischer wie markanter Begleiter) markieren ohrenfällige Höhepunkte, die freilich wie unter der Hand wachsen und die unaufgeregte Grundatmosphäre kaum trüben. I-Tüpfelchen des ebenso entspannten wie spannenden Konzerts waren die intensiven Trompetenfantasien Schärlis.




Traumhafte Avantgarde
von Urs Mattenberger, Neue Luzerner Zeitung

Stimmungsvoller, entspannter und undogmatischer kann Avantgarde nach dem Ende der Avantgarden nicht klingen: Das Schlagzeug von Julian Dillier und der Bass von Ralf Sonderegger skizzieren sparsame Rhythmusraster, das Saxophon von Christoph Erb flattert leichtfüßig darüber hin und fächelt ihnen Luft zu. In die zerfaserten Klangtexturen spinnt der Goldton von Markus Stalders Gitarre emotionale Bögen, bevor die Trompete von Peter Schärli die Stimmung punktuell zum Glühen bringt.
Melodiöses Duettieren
Erb_gut, der Name dieser jungen Jazzband erweist sich im doppelten Sinn als Programm. Zum einen ist er ein Bekenntnis zu modernen Jazz-Traditionen, zu Jazz-Rock, Free-Elementen und modernem Kammerjazz, die die Gruppe nahtlos in ihr Spiel einfließen lässt. Zum anderen steht das Zusammenspiel der jungen Musiker mit dem bestandenen Gasttrompeter dafür, wie solche Traditionen „vererbt" werden.
Das Spiel mit aufgelösten Texturen, mit dem das Eröffnungsstück ihrer Cd beginnt, ist denn auch nicht charakteristisch für die ganze Platte. Zwar wird das Spiel bisweilen aufgeraut („Radius") von nervösen Grooves angetrieben („Hektik") und kantig verzahnt („Oak"). Aber immer wieder finden die fünf Musiker dabei zu einem melodiösen Musizieren, das auch verträumtes Innehalten zulässt und dessen „lyrische Seele" Schärlis Trompetenton ist. Das wirkt zwar auch mal allzu geruhsam. Aber es schafft Raum für ein kammermusikalisches Duettieren in wechselnden Kombinationen zwischen Trompete, Saxofon und Gitarre. Dieser lebt von subtilen Rhythmen wie von harmonischen Farben und erweist gerade in der stilistischen Wendigkeit seine Aktualität.



erb_gut am Yvp-Festival
von Michael Peter Bluhm, Neu-Ulmer Zeitung

...das Quintett um den jungen Schweizer Saxophonisten Christoph Erb, hielt den Zuhörer immer in musikalischer Spannung. Es ging rhythmisch wie harmonisch die Post ab. Dieser Jazz ist einfach auf der Höhe der Zeit!



erb_gut
von Tobias Böcker, Jazzpodium, DE

Groove und Flow, Puls und Energie, Gestern und Heute: Das Erbgut verbindet sich im offenen Formationsflug mit den Sounds jüngerer Zeiten. Hardbop und Jazzrock fusionieren zu tranceartiger Archaik lustvoller Vorwärtsbewegung über den Tag hinaus. Was die Eidgenossen Christoph Erb, ts, Markus Stalder, g, Ralf Sonderegger, b, und Julian Dillier, dr, auf Ihrem Debütalbum gemeinsam mit dem etablierten Peter Schärli, tp, zum besten geben, bewegt Herz, Hirn und Beine gleichermassen in einem vielgestaltigen Amalgam, das die Elemente verbindet ohne sie aufzulösen: Ein wohldosierter Powerriegel.



Reife Kompositionen
erb_gut feat. Peter Schärli: „Radius“ (yvp-music)
von Urs Emmenegger, Das Kulturmagazin (Luzern)


Einmal mehr haben wir es hier mit einer interessanten Band aus dem Umfeld der Luzerner Jazzschule zu tun. Das Debutalbum von erb_gut besticht durch die kompositorische Reife des Tenorsaxofonisten Christoph Erb und das traumwandlerische Zusammenspiel seiner Mitmusiker. Eine Musik, die schwer einzuordnen und festzuhalten ist, und sehr eigenständig daherkommt. Wir hören Free, Free-Funk und Jazz-Rock, wunderbare Gitarren-Exkurse, grandiose „schärlische“ Melodiebögen und eine Rhythmus-Combo am Puls der Zeit. Live ist diese Band wahrscheinlich eine Wucht!



Wer wühlt, der findet
von Stefan Künzli, Aargauer Zeitung, erb_gut feat. Peter Schärli: „Radius“ (yvp-music)

Schon wieder eine Band aus der blühenden CH-Jazzszene: Komponist und Arrangeur Christoph Erb (30) ist ein einfallsreicher Tenorsaxofonist mit mächtigem Ton und einem grossen Vokabular. Um sich geschart hat er originelle Musiker wie Markus Stalder (g), Ralf Sonderegger (b), Julian Dillier (dr) und Peter Schärli (tp) „Radius“ ist zwar die erste Scheibe der Band, doch erb_gut besteht schon seit rund 5 Jahren. Das Kollektivspiel ist denn auch eine der Stärken der Band. Mal rockig, mal free, mal funkig, dann wieder balladesk: Erb ist ein Suchender. Er hat in der Schatzkiste der Musik gewühlt und ist fündig geworden.



Urbaner Jazz / Energiegeladenes Powerpack
von Heinz Abegglen, erb_gut feat. Peter Schärli im Einhorn, Sins 24.1.04

erb_gut spielt urbanen, pulsierenden Jazz. Der Rahmen besteht aus komplexen Eigenkompositionen mit - in den längeren Stücken – zuweilen Suitenartigem Charakter, die den Musikern viel Raum für Soli und freies Interplay in unterschiedlichen Kombinationen lassen. Katalysator für das energiegeladene Treiben sind die Duopassagen von Erb und Schärli. Ob unisono oder dissonant gesetzt, geht hier in halsbrecherischen Läufen die Post ab und wird die Tür aufgestossen zu einem Kaleidoskop von Stimmungen und Reflexionen. Repetitive Elemente, Einwürfe und Zitate kennzeichnen den Verlauf der Stücke ebenso wie freie Improvisationen, wobei neben den vorwiegend ungestümen, wilden Passagen mitunter auch leise und lyrische Töne anklingen. Bindeglied zwischen den Bläsern und dem Rhythmus ist der Guitarrist, und Markus Stalder besetzt diese Doppelrolle in bemerkenswerter Manier.

Erb_gut bilden eine überaus kompakte hervorragend harmonisierende Band mit beträchtlichem solistischem Potenzial!



Traumtänzer mit viel Energie im Gepäck
von Jürg Kübli, Solothurner Tagblatt, erb_gut im „Kreuz“, 18. Februar ’05

Die fünfköpfige Jazzcombo erb_gut bot am Freitagabend im“ Kreuz“ ein spannendes Konzert mit einem Repertoire, das sowohl lyrische Traumballaden als auch energiestrotzenden Powerjazz umfasste.

Bandleader Christoph Erb hat für sein Quintett erb_gut einen treffenden Namen gewählt. Er ist kurz, eingängig, zeitgemäß und fasst in nur sieben Zeichen mehrere Bedeutungen, die auf den Punkt gebracht werden. Da stehen sein Name, die musikalischen Wurzeln (als da sind, nebst verschiedenen Stilen des Jazz: Rock (’n’roll), Grunge, Pop…), die digitale Gegenwart und – im „Kreuz“ live eindrücklich bewiesen – das einfache Qualitätsmerkmal und Gütezeichen „gut“. Tradition, Moderne und Augenblick sind die Essenzen, aus denen Erb seine Musik schöpft.

Individuelle Klasse, dichtes Kollektiv
Den Grossteil ihrer Musik ist improvisiert. Den einzelnen Stücken liegen Motivstrukturen zugrunde, die gerne von den Bläsern unisono intoniert werden. Die wenigen harmonischen Vorgaben werden ausführlich zu solistischen Improvisationen genutzt. Dabei fällt Erbs Sicherheit und die große Freiheit seines Tenors in der Ausgestaltung des intuitiven Spiels auf. Schärlis Trompete berührt mit brillanten Chorussen und lyrischem Blue-Note-Spiel. Die Rhythmus-Sektion mit Stalder (g), Sonderegger (b) und Dillier (dr) besticht durch Ihren unerschöpflichen Einfallsreichtum. Die Lockerheit und traumwandlerische Sicherheit, mit welcher die fünf Musiker improvisierten, erfrischte ungemein.



Jenseits von Bewahren
von Pirmin Bossart, Apéro, Neue Luzerner Zeitung, Vorschau erb_gut im Casino Luzern, 18. Mai ’05

Die Band mit dem genetischen Namen hat nichts mit DNS-Experimenten zu tun. Vielmehr ist sie ein Quintett, das einen zeitgemäßen Jazz jenseits von Bewahren und befreien spielt. Rock-Patterns, unangestrengte Klangexperimente und heiße Kollektivschübe zeichnen die Band aus. Eine unwiderstehliche Stimme darin ist Peter Schärli, den man kaum je so „hot“ hört wie hier. erb_gut wurde vom Saxophonisten Christoph Erb ins Leben gerufen, einem der interessantesten Instrumentalisten der jüngeren Jazzgarde. Er hat das Talent, in seinen Kompositionen Startbahnen für solistische und kollektive Prozesse zu legen, die weder Jazztraditionalisten verärgern noch Jazzfuturisten enttäuschen werden.



Feiner Groove
von Pirmin Bossart, Neue Luzerner Zeitung „erb_gut im „Casineum“

Erb_gut die am Mittwoch beim Jazzclub Luzern gastierten, machten nicht den Mitwipp-Jazz, den sich altgediente Jazzhörer vielleicht gewohnt sind.

Das Quintett verfolgt mit seinen Einflüssen aus Free, Rock und Ambient eine eigene Jazzlinie. In längeren Tracks wurden Freerock–Motive, klangmalerische Sequenzen und groovende Parts verwoben. Kollektive Jazztumultis und schöne Duo-Passagen von Christoph Erb und einem herausragend klaren Peter Schärli gehörten zu den Höhepunkten.

Erb fiel auf als unkonventioneller Saxofonist, dessen Expressivität oft ein subtiles Implodieren ist, um so mehr, als er nie forciert, wenn auch stets erfinderisch blies. Ein souverän riffender und melodischer Gitarrist und zwei groovende Rhythmiker prägen die DNS von erb_gut – einer Band, die immer noch mehr kann, als sie bereits hören lässt.



Preis für jungen Saxofonisten
von Christoph Merki, Tages-Anzeiger

Im Jazzclub Moods erspielte sich der Saxofonist Christoph Erb den Jazzpreis 05 der Zürcher Kantonalbank.

...die dreiköpfige Jury sprach den ZKB-Jazzpreis 05 erb_gut, dem Quintett des dreißigjährigen Tenorsaxofonisten Christoph Erb zu. Erb hat eine sehr eigenwillige, fantasievolle und höchst abwechslungsreiche Ensemblemusik zusammengestellt, die sich zwischen Free, Jazz, Dark Ambient und Rock bewegt. Fesselnd war im Moods zumal, mit welcher Selbstverständlichkeit in der vor fünf Jahren gegründeten Band der kollektive Sound und der individuelle Ton der Einzelakteure zusammengingen.